Galerientag Karlsruhe

Achim Däscher | Bildobjekte und Skulpturen

Voré | Skulpturen und Zeichnungen

 

Eröffnung Samstag, 13. Januar 2018 von 15-20 Uhr

Einführung um 18 Uhr: Dr. Maria Männig

 

13. Januar - 17. Februar 2018

 

Voré

Impulse aus der Anatomie, den Materialeigenschaften, differenzierten Bearbeitungsweisen und einem inhaltlichen Engagement formen das steinerne Volumen zu einer Figur, die sich – solitär oder im Zusammenhang einer Installation – als Spiegel für individuelle und gesellschaftliche Reflektion anbietet. Groß- und Kleinformen, Brüche, Werkzeugspuren und Schliff sind auf Spannung angelegt und im Zusammenspiel eine ästhetische Konzeption. Zentrale Themen der Arbeiten von Voré sind anthropomorphe Fragmente, Torsi und Gliedmaßen, immer in ambivalenter Verfassung als "non finito" und als verletzte, gebrochene figurative Objekte zu verstehen. Durch ihre feine Oberflächenstruktur wirken sie zart und empfindlich, angebrachte Splitterungen und Schnitte sind Symbol und Ausdruck für Verletzungen und Verletzlichkeit.

 

kleine Archäologie II 2017 Baumberger Sandstein 103 x 64 x 45 cm

 

Vorés Auseinandersetzung mit den Bedingungen menschlicher Existenz und Befindlichkeit findet ihren Spiegel in seinen Skulpturen mit fein geschliffenen Formteilen, mit Splitterungen und rauhen Brüchen, die zur inhaltlichen Aussage werden und gleichzeitig die formale Spannung des Objekts ausmachen. Der Entstehungsprozess bleibt ablesbar an den bruch-roh verbleibenden Teilen und an den Spuren der verschiedenen Werkzeuge bis zum Schliff und verleiht den Skulpturen dabei eine "kostbare, sensible Haut".

 

Agwt 2017 Baumberger Sandstein 59 x 25 x 21 cm

 

Geschichtet gewachsen: Heller Baumberger Sandstein aus dem Münsterland mit starkem Kalkgehalt, mit Einschlüssen, Adern, Narben, Verfärbungen durch Oxide. Gebohrt, angeschlagen, gespalten, gespitzt, geglättet, geschliffen zu anthropomorphen Fragmenten. Teile einer Figur zwischen Entstehen und Vergehen. Solitäre Stücke zuerst, dann immer wieder komponiert zu skulpturalen Installationen, symbolwertige Zeichen für ein fragiles Menschenbild. Vergleichbar dazu werden in der Ausstellung Zeichnungen gezeigt, die jeweils als eigenständige Werke und doch als Auslöser für die Bearbeitung der menschlichen Figur auf Papier oder Holzgrund entstehen. zur Vita

Voré

 

Z_171129 2017 Bleistift auf Papier 100 x 70 cm

Achim Däschner

Beton in Form gegossen

Achim Däschner ist der Alchemist unter den Bildhauern. Die Verwandlung eines unedlen Stoffs – in Däschners Fall ist es Beton – gelingt ihm in vielfältiger Weise und lässt den Betrachter und die Betrachterin immer wieder aufs Neue staunen. So entstehen Wandobjekte in den verschiedensten Spielarten des Materials, mal rau, mal glatt, in verschiedenen Farbnuancen und oftmals ganz materialuntypisch leicht wirkend.

In seinen Skulpturen kombiniert Däschner Materialien wie Filz und Beton, die wir im Alltag nicht in einen Zusammenhang bringen. Wie ein Archäologe legt er dabei neue, bisher nicht wahrgenommene Materialeigenschaften frei und eröffnet neue Spannungsfelder. Durch die innige Durchdringung von Stahl und Beton – und hier sind wir wieder bei den alchemistischen Qualitäten Däschners Schaffen – kreiert er einen neuen rostenden Werkstoff oder er lässt durch die Kombination von Wachs und Beton ein Konglomerat entstehen, das neue und eigenwillige ästhetische Eigenschaften hat. Weitere verwendete Materialien sind Holz, Papier, Schellack, Leinöl und Grafit. Den oftmals schlicht, fast archaisch wirkenden Werken gehen lange Experimente voraus. Die daraus resultierenden Techniken sind Eigenentwicklungen mit dem Ziel, durch konsequente Reduktion das Material sprechen zu lassen. Die technische Finesse bleibt dabei im Hintergrund.

 

Held Nr. 2 2017 Holzkiste, Puppenkörper geölt, Vogel, Feder 45x27x20 cm

 

Das Ergebnis ist frappierend. Däschners Objekte sprechen zu uns, sind fast wie kleine Szenografien. Oft ist der Raum die Bühne, hin und wieder inszeniert der Künstler seine Objekte aber auch in Kästen und koppelt sie damit ein Stück weit von der Umgebung ab. Gemeinsam ist allen Arbeiten, dass sie mit uns in Kommunikation treten und geben dabei genügend Raum für das eigene Wahrnehmen und lassen Interpretationen zu.

 

Held Nr. 3 2017 Holzkiste, Wachs, Bewehrungsstahl 63 x 50 x 31 cm

 

„Scheinbar ohne Ideen entstehen meine Arbeiten“, so sagt der ehemalige Medienkünstler Achim Däschner. In der Reduktion der Dinge, der Konzentration auf die Materialien und der Umsetzung eines soliden Handwerks ist er jedoch seiner ehemaligen Linie treu geblieben und der Kreis schließt sich zu seiner Ausbildung zum Diplom Medienkünstler an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Als Gründungsstudent der Hochschule 1992 schuf er in der Zeit seines Studiums und in den Jahren danach bis 2003 eine Reihe von Kunstwerken, die den geschilderten szenografischen Charakter hatten. Auch bei den Videoskulpturen, interaktiven Klanginstallationen oder Multimediaperformances spielte die teilweise hochkomplizierte Technik keine dominierende Rolle. Schon damals war zu erkennen, dass es um das Zusammenspiel von Kunstwerk, Raum und BetrachterIn ging, und bis heute ist dem Künstler der erste emotionale fast magische Moment beim Zusammentreffen von Werk und BetrachterIn der wichtigste Schatz geblieben. Diesen Moment gestaltet Däschner durch seine Arbeiten, und er öffnet uns damit den Weg direkt mit seiner Kunst in Kontakt zu treten und zu neuen erstaunlichen Eindrücken. zur Vita

www.achim-daeschner.de

 

Achim Däschner

 

 

 

 

 

galerie alfred knecht