Voré

Zentrale Themen der Arbeiten von Voré aus hellem Baumberger Sandstein sind anthropomorphe Fragmente, Torsi und Gliedmaßen, immer in ambivalenter Verfassung als "non finito" und als verletzte, gebrochene figurative Objekte zu verstehen. Durch ihre feine Oberflächenstruktur wirken sie zart und empfindlich, angebrachte Splitterungen und Schnitte sind Symbol und Ausdruck für Verletzungen und Verletzlichkeit. Impulse aus der Anatomie, den Materialeigenschaften, differenzierten Bearbeitungsweisen und einem inhaltlichen Engagement formen das steinerne Volumen zu einer Figur, die sich ? solitär oder im Zusammenhang einer Installation ? als Spiegel für individuelle und gesellschaftliche Reflektion anbietet.

Groß- und Kleinformen, Brüche, Werkzeugspuren und Schliff sind auf Spannung angelegt und im Zusammenspiel eine ästhetische Konzeption. Vorés Auseinandersetzung mit den Bedingungen menschlicher Existenz und Befindlichkeit findet ihren Spiegel in seinen Skulpturen mit fein geschliffenen Formteilen, mit Splitterungen und rauhen Brüchen, die zur inhaltlichen Aussage werden und gleichzeitig die formale Spannung des Objekts ausmachen. Der Entstehungsprozess bleibt ablesbar an den bruch-roh verbleibenden Teilen und an den Spuren der verschiedenen Werkzeuge bis zum Schliff und verleiht den Skulpturen dabei eine "kostbare, sensible Haut".

Vergleichbar dazu werden in der Ausstellung Zeichnungen gezeigt, die jeweils als eigenständige Werke und doch als Auslöser für die Bearbeitung der menschlichen Figur auf Papier oder Holzgrund entstehen. zur Vita