Der Künstler und Galerist Ernst Schneider beschreibt Ivan Baschang als ?Archäologe des Alltags, der sucht, recherchiert, fotografiert und Dinge aufspürt, die in ihrer anonymen, unspektakulären Nützlichkeit in der Regel übersehen werden.? So widmet sich ein von ihm im Jahr 2004 begonnenes Projekt den Corbeilles Tulipes. Hierbei handelt es sich um die berühmten Pariser Papier-Körbe, ?profane Metallobjekte mit einem vom Jugendstil geprägten Gebrauchsdesign?, die am Ende des 19. Jahrhunderts in der Stadt installiert wurden. ?Wie geöffnete Blütenkelche laden sie Passanten förmlich dazu ein, sie mit Abfall zu bedienen. Dabei sind sie nicht an die Ränder der Wege und Plätze verbannt, sondern stehen mitten drin, nehmen teil, gehören dazu. So hat sie auch Ivan Baschang fotografiert, als Individuen, die schon mal zu zweit nebeneinander auftreten können, wie Paare, die auf Bänken sitzen. Der Blick des Fotographen ist der eines Künstlers, der sich seinem Motiv im wahrsten Sinne des Wortes zuneigt, und Licht und Schatten nutzt um die graphisch- filigrane Eleganz seines Hauptmotivs zu zeigen.? (Textauszug von Ernst Schneider)

Mit der Serie Corbeilles Rodin Paris 2011 zeigt der Künstler Ivan Baschang nun eine weitere Serie von Objekten der Abfallentsorgung. Die neuen Körbe und Fotografien stammen diesmal aus den Gartenanlagen des weltberühmten Musée Rodin in Paris. Obwohl die neuen Körbe etwas kleiner und anders geschmiedet sind, gehören sie eindeutig zu der Familie der Tulpenkörbe. Der Künstler lässt die Abfallbehälter fast unbehandelt, wodurch ein Teil der alten Patina erhalten bleibt. In der Ausstellung stellt der Künstler den originalen Körben Fotografien gegenüber, so dass diese in einer Wechselwirkung zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen.

Im Zuge der Ausstellung werden in einem separaten Raum auch Werke aus der Serie Corbeilles Tulipes und kleinformatige Fotografien gezeigt und dem Corbeilles Rodin gegenübergestellt. Deutlich lässt sich so die künstlerische Entwicklung im Werk Ivan Baschangs verfolgen. zur Vita