Melanie Richter fokussiert in ihrer Malerei den Blick auf einzelne Gegenstände, die als zentrales Bildmotiv monumental und gewaltig wirken und dennoch schwerelos im Bildraum schweben. Die großformatigen Bilder konzentrieren sich in Serien auf wenige Grundmotive wie Schnee, Chromosomen, Kosmonauten, handelsübliche Weingläser, Flaschen und großformatige Kerzenleuchter ? Kandelaber. Leuchtende Farben von strahlender Intensität und eine kraftvolle Bildsprache thematisiert die Malerei und eröffnet dem Medium geistige Galaxien. Die Bildfläche wird partiell mit gesäubertem Industriewachs überzogen (Stearin), dabei schält sich der Gegenstand aus der Differenz von Leerstelle und farblich gestalteter Fläche heraus.

Thomas Hirsch beschreibt die Malerei Melanie Richters mit den folgenden Worten: ?Vielleicht geht es in allen Malereien von Melanie Richter überhaupt darum: in das Verrinnende von Zeit und das Unstete von Orten eine ? noch namenlose ? Konstante einzuschleusen, in der sich unsere Erinnerungen und Erfahrungen speichern lassen: Die sich dadurch verfestigt und doch augenblicklich ihre Brüchigkeit und das unvermeidlich Provisorische, immer etwas Unbeholfene ihres Daseins vor Augen führt. Es sind die Kandelaber und Kerzenleuchter, die das noch einmal ganz klar und in leidenschaftlicher, schierer Malerei vor Augen führen, als Alltäglichkeit und Besonderheit mit den Spuren unserer Geschichte und Kultur und im Widerschein der heutigen Gegenwart. Sie sind Notationen gegen das Vergessen. zur Vita

Bilder der Ausstellung