Axel Brandt - GROSSER BRUDER Finissage am 6. 4. 2024 bis 18 Uhr

Aus dem Katalogtext von Katrin Burtschell - Kunsthistorikerin:

Bilder dieserSerie werden in der Ausstellung Axel Brandt – GROSSER BRUDER vom 9. 3. - 6. 4. 2024 in der Galerie Alfred Knecht Baumeisterstraße 4 – 76137 Karlsruhe ausgestellt.

Unter dem Titel Darßer Ort erzählt Axel Brandt in einer Serie von Bildern die Episode eines Segelschiffs und seiner Besatzung in allen möglichen Schräglagen und Nahaufnahmen..

Gedanken zum Grossen Bruder von Axel Brandt:
Mein Bruder hat nach langem gemeinsamem Schiffbau nicht mehr daran geglaubt, dass die Anemoi irgendwann ins Wasser kommt und segeln wird.Da hat er sich ein kleines Boot gekauft und ist damit zu einer Weltumsegelung aufgebrochen. Meistens schreibt er einmal die Woche auf seinem block (sailing-Elizabeth.com) wo er ist und was er erlebt. Oft gibt es keine Nachrichten und wenn ich im Atelier sitze und die Anemoi male, denke ich immer an meinen großen Bruder, der gerade auf dem Meer ist. Dann gibt es noch die Bilder der Containerschiffe der großen Brüder der Anemoi, die einem auf dem Meer begegnen oder auf einer Wasserstrasse und einen starken Eindruck hinterlassen.

 

Raumansichten der Ausstellung: GROSSER BRUDER

Fortsetzung des Katalogtextes

Auf dem Kamm von großen Wellen hin und her geschleudert wie eine Nussschale, ist das Schiff der rauen See ausgesetzt.Bilder und Schiff haben denselben Urheber. Der Begriff des Uomo Universale wird dieser Tage kaum noch in den Mund  genommen, um die umfassende  Bildung und das vielseitige Talent eines Menschen zu umschreiben, und Axel Brandt würde es ablehnen als solcher bezeichnet zu werden. Er sagt von sich selbst Maler, Künstler zu sein. Vielseitig interessiert, dem Menschen und der Natur zugewandt, malt er nicht nur, sondern schreinert schreibt, musiziert organisiert ein jährliches Musik-Festival- alles mit großer Ernsthaftigkeit, zielstrebig auf hohem Niveau, neugierig und immer wieder auch an die Grenzen der Belastbarkeit und der Möglichkeiten gehend. Großformatige Malereien alltäglicher Situationen und Gegenstände, die die Absonderlichkeiten des Lebens enthüllen, skulpturaler, gestischer Farbauftrag, malerische Intensität: dafür steht der Name Axel Brandt, der bei Dieter Krieg an der Düsseldorfer Akademie studierte. Mit einem Gespür für das Sonderliche, einer treffsicheren Beobachtungsgabe und einem widerspenstigen Geist sind seine Bilder nicht nur Kommentare zu unserer Gesellschaft und deren mehr oder weniger annehmbaren Gepflogenheiten,sie sind vor allem reine Malerei. Der Zufall macht seine Bilder so lebendig.Das, was im Prozess, im Tun, entsteht, das nicht Vorhersehbare, das Impulsive trifft auf scharfsinnige Einfälle und fügt sich zu einer dynamisch expressiven Farb-Oberfläche, die hier in der Bildserie in den dramatischen Schieflagen des Schiffes Anemoi fast schon eine Stimmung erzeugt wie wir sie aus William Turners Seestücken und legendärem Sturmbild kennen